Start Drachenboot Drachenboot-Team OWL-UNITED WM-Reise nach Südkorea endet mit Goldmedaille
10 | 09 | 2010
WM-Reise nach Südkorea endet mit Goldmedaille PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Thomas A. Brandt   
Dienstag, 30. Juni 2009 um 20:06

Goldsonntag in Ulsan: OWL-United ist Weltmeister!

Aus Ulsan/Korea und Herford berichtet Jens Steffen, Teammitglied von OWL United und Drachenboot-Sportwart der Werre-Dragons vom Herforder Kanu Klub e. V. Nach Absprache mit den Teamcaptains und Pressesprechern werden seine Berichte als offizielle Sport- und Reiseberichte der Mannschaft von OWL United freigegeben!

Montag – Rückreise (Jens Steffen 14.07.2009)

Die Nacht war kurz – 5:00 Uhr aufstehen (bis auf unseren niedersächsischen Sputnik, der es gerade noch rechtzeitig um 6:30 Uhr zum Bus schafft).Yan und „Q“ begleiten uns zum Ulsan Airport. Ein letztes Mal bilden wir einen Kreis, in dem auch die Beiden nicht mehr fehlen dürfen, und überreichen die Abschiedsgeschenke. Landesuntypische Umarmungen (das ist in Korea nur bei absolut enger Freundschaft üblich) mit „Q“ beenden die Trennung. Alle hoffen das sein Besuch zur DM in München möglich wird.Pünktlich um 7:30 Uhr heben wir zum Cityjumpen nach Seoul ab. Dort empfängt uns auch wieder das zierliche Persönchen vom Hinflug um den Transfer vom Gimpo zum Incheon Airport zu managen. Die Koffer fahren im selben Bus mit. Für den Nepp mussten wir beim Einchecken noch einmal 6500 Won pro Nase bezahlen.

Etwa 1 ½ Stunden treiben wir uns auf dem International Airport herum bevor wir für den 11 stündigen Rückflug boarden. Noch etwas verteilter als beim Hinflug nehmen wir die Plätze ein. Schier endlos kommt uns der Flug vor. Nachdem China und die Mongolei überquert wurden, fliegt das kleine Flugzeug auf dem Monitor fast bewegungslos, oberhalb von Kasachstan über die sibirische Ebene. Nach 6 ½ Stunden endlich der Ural (Europa hat uns wieder). Aber auch von dort ist es auch wieder eine gute Stunde bis wir Moskau hinter uns lassen. Die Route führt weiter über die baltischen Staaten und in Polen überfliegen wir Poznan (was wir von der EM 2006 noch gut in Erinnerung haben). Die deutsche Grenze passieren wir über Sachsen und steuern, diesmal direkter als beim Hinflug auf Frankfurt zu. Nach etwas mehr als 11 Stunden Flugzeit rollt die Maschine an ihre Dockingstation.Deutschland hat uns wieder. Die Pass und Zollkontrolle verläuft reibungslos. Auch alle Koffer, Packstücke und „Kiste Knöchi“ haben den Flug vollständig überstanden.

Auf dem Weg zum Airportbahnhof wird auch gleich für den gesunden Flüssigkeitshaushalt gesorgt, indem ein Kofferkuli voll mit Dosenbier und Sekt eingekauft wird.Die Wuppertaler, die Hannoveranerin und Katja und Michael W. entnehmen schon jetzt ihre Paddel der Kiste, da sie nicht mit uns gemeinsam nach Herford zurück fahren.Gut organisiert klappt der Einstieg in den 3 ICE-Halteminuten. Das Verstauen des Gepäcks und das Auffinden der Sitzplätze benötigt jedoch fast eine ¼ Stunde.  Der Unterhopfung wird weiter kräftig entgegen gewirkt und die Sektlaune steigt ins Unendliche.

Nächster Halt Köln. Uns bleiben 8 Minuten auf dem Bahnsteig um uns von Karin und Detlef zu verabschieden. Sie hatten sich prächtig ins Team integriert und werden uns fehlen!Ein letztes Mal müssen wir in Dortmund umsteigen. Der Interregio ist längst nicht so voll. Unser Großraumwagen entpuppt sich als Frisiersalon. Alle Langhaarigen bekommen von Sabine H. eine schicke Hochsteckfrisur mit eingearbeiteten Essstäbchen verpasst. Auch die kurze Haarpracht wird individuell aufgepeppt. Nur Olli, Dieter und Kalle dürfen nicht mitspielen und müssen sich mit schwarz-rot-gold verzierten Wangen begnügen.Noch 3 Stationen. In Gütersloh werden die Medaillen aus den Koffern und Taschen gesucht – in Bielefeld wird das Gepäck für den zügigen Ausstieg vorbereitet.

Herford – tosender Applaus, Db-Trommeln und Trillerpfeifen treffen uns wie eine Druckwelle beim Öffnen der Waggontüren. Geschätzte 200 Menschen bereiten uns einen grandiosen Empfang. Ein extra angefertigtes Banner heißt uns Weltmeister willkommen. Es gibt auch gleich wieder Sekt. Familienangehörige, die Daheimgebliebenen, Verwandte, Freunde und Klubkameraden nehmen jeden von uns stürmisch in die Arme.Die Weiterfahrt zum Herforder Kanu Klub erfolgt im gecharterten Bus. Im Biergarten stehen wieder Getränke und Kanapees bereit. Trotz völliger Erschöpfung  geben wir erste Statements zur Reise.

Ein wunderschöner Abschluss einer langen, weiten Reise. An dieser Stelle möchte ich noch einmal den tollen Zusammenhalt des Teams hervorrufen. Jeder hat in seiner Weise seinen Beitrag zum Gelingen dieser Reise beigetragen. Es ist nicht immer einfach wenn über 20 Individualisten, im gesetzten Alter, sich eine Woche lang so dicht auf der Pelle hocken. Aber es geht! Wir haben es bewiesen! Ein ganz besonderer Dank geht an Grappi (you can say Guddi to me – it´s easier!).

Ihre Organisationskunst, in Verbindung mit ihren Englischkenntnissen und ihrer persönliche Art haben erheblich dazu beigetragen, dass diese Woche gelaufen ist, wie sie gelaufen ist. Immer ist sie für Jeden in jeder Situation da gewesen und hat sich ihr Nervenkostüm für uns aufgerieben – DANKE !

Sonntag, 3rd Raceday (Jens Steffen 12.07.2009)

 

In der Nacht hat es wie aus Eimern geschüttet. Es sind zwar nur 23° draußen doch durch die geschlossene Wolkendecke und den Dunst hat man Bio-Sauna- Atmosphäre. Für 9:00 Uhr ist Abmarschtreffen vor der Lobby angesagt. Der so schön abgetrocknete Platz vor dem Teamzelt und zum Marschalling ist wieder völlig aufgeweicht. Heutiges Programm 2000 m.

Für unsere Mädel 2x, da sie ja mit den Preussinnen in der SENIOR-WOMEN-Wertung nachgemeldet hatten. Jeder macht sich auf seine Weise warm – die Spannung steigt – die letzte Chance den Preussen Paroli zu bieten! – sind die auch auf der langen Distanz unschlagbar???

10:15 Uhr: Zuerst durch die Kontrolle, dann ins Boot. Wir fahren uns noch eine kleine Runde warm und reihen uns in die Startfolge ein. Sechstes Boot – direkt vor den Preussen. Es geht los. Mannschaft für Mannschaft wird runter gezählt. Leichte Irritationen beim Vorziehen, da ein anderes Team vor uns im Weg rumliegt – dann geht es los – der schöne lange, kraftvolle Schlag der auch in Duisburg so gut funktioniert hat. Die Strecke zieht sich. Die vor uns fahrenden Japaner aus der SENIOR-Wertung fahren uns auf keinen Fall davon – wir kommen eher näher. Nach der 2ten Wende sehen wir das auch die Preussen nicht auf uns aufholen konnten.

So richtig auf Schlagdistanz kommen wir aber auf die Japsen auch nicht. 3te Wende – jetzt ist das Ziel vor Augen (soweit man bei diesem schweißtreibenden Wetter überhaupt noch aus den Augen gucken kann). Kaum nehmen wir wieder richtig Schwung auf, da schieben sich die Preussen Schlag für Schlag neben uns. Wo kommen die auf einmal her und dann auch noch links von uns??? Wir sind die Wende ganz eng gefahren! Jede Abwehr ist vergebens – alle sind voll gefahren – noch einmal einen draufsetzen – leider unmöglich.

Im Ziel sind die Preussen fast komplett vorbei. Wo nehmen die bloß die Power her? Aussteigen – abklatschen – zurück zum Zelt. Für die Männer war es das. WCCC 2009 vorbei. Die Frauen dürfen gleich in der nächsten Staffel noch einmal ran. Jürgen steuert. Tabea ist an der Trommel. Die Preussinnen fahren auf Schlag und der Rest verteilt sich. Wir Männer gehen Richtung Ufer um die Ladies anzufeuern. Erste Gratulationen zum Weltmeistertitel über 2000 m – MASTER-Mixed werden uns entgegengebracht. Was ist jetzt los??? Die Preussen erklären es selbst. In der letzten Wende haben sie die letzte Boje auf der Innenseite umrundet und wurden disqualifiziert (Steuerfehler – kann bei den Kuttern schon mal passieren).

Doch noch GOLD !!!!!

Jetzt sind die Mädels dran! Startschläge, Streckenschlag – haben die heimlich zusammen trainiert??? – es sieht phantastisch aus! Erste, langsamere Gegner aus anderen Wertungen werden schon auf den ersten 500 m überholt. Langer Streckenschlag auch auf der Gegengeraden. Jürgen hat freie Fahrt in den Wenden. Weitere Teams werden überholt – der lange Schlag wird bis ins Ziel kraftvoll durchgezogen – wir sind stolz auf unsere Frauen! Kurze Zeit später kommt Jürgen mit dem Ergebnis – Platz 3 – BRONZE !!!!!

Die Siegerehrung ähnelt den Vortagen, doch unsere Medaillenfarben haben sich geändert! Gold und Bronze, diese Farben haben uns noch gefehlt!

Gleich im Anschluss geht es zur Abschlusszeremonie ins große Zelt des gestrigen Abends.  Wieder leitet die Damengruppe auf ihren traditionellen Instrumenten den Abschluss ein (nur die Röcke sind diesmal kürzer). Der Bürgermeister, der koreanische Kanuverbandspräsident und unser ICF-Präsident Jose Perucarreras belobhudeln sich gegenseitig und krönen das Spektakel mit erneuten Austauschen von Tellern. Feierlich wird die ICF-Fahne vom koreanischen CF-Vertreter an einen Sportler der Ungarn überreicht, welche die nächsten WCCC 2011 ausrichten werden. Auch die Potsdamer bekommen noch 2 Ehrenteller als erfolgreichste Mannschaft gesamt und im MIXED.

Den Abschluss der Veranstaltung bildet der Auszug der Sportler aus dem Zelt unter Begleitung einer wiederum traditionell gekleideten und musizierenden Gruppe.

Da zwischen dem letzten Rennen und der Siegerehrung fast 2 Stunden Zeit sind – in solchen Pausen entstehen aufgrund Langeweile die besten Ideen – nutzen wir diese um weitere „Souvenirs“ einzusammeln. Hierzu gehört, nach Rücksprache mit der Organisationsleiterin, auch das seit Tagen, von Ballonen getragene, über unseren Köpfen wehende, ca. 10 x 10 Meter große Veranstaltungsbanner. Acht kräftige Teammitglieder packen mit an um das Konstrukt vom Himmel zu holen. Da die Schere gerade zur Hand ist, helfen wir dem Abbaukomitee vorab und entfernen ebenfalls noch einige Teambanner von den leer stehenden Zelten. Jens geben sie mittlerweile den Namen „Mr. Raub & Klau“. Zurück im Hotel haben wir 2 Stunden um unsere Paddel bei „Kiste Knöchi“ abzugeben, unsere Koffer zu packen und uns landfein zu machen, denn um 19:00 Uhr führen uns „Q“ und Yan in ein echtes koreanisches Restaurant.

Die Tische haben nur etwa 40 Zentimeter Höhe – was aber nicht weiter schlimm ist, da es auch keine Stühle gibt! Wir sitzen auf dünnen Kissen und kleine, flinke Finger servieren um uns herum zahllose Töpfchen und Schalen mit definierbaren (wie Reis und Fisch, mit Kopf, Auge, Schwanz) und anderem (rot, grün, glitschig, ….). Die mit solcher Kost nicht klar kommen ernähren sich von Bier, der Rest wird satt.

Die ausgelassene Heiterkeit und die abgefallene Anspannung der letzten Tage macht übermütig. Vom Restaurant geht’s in eine Karaokebar. Während sich die einen in die Seiten des Liedangebots vertiefen platzt es aus Detlef heraus: Reineweg Akapella (und mit viel Hall aus der Soundmaschine) präsentiert er deutsches Liedgut a `la Black Föss und Roger Whitacker. Wer glaubt das sei nicht mehr zu steigern kennt Michael Halbsguth nicht – falls Elvis wirklich tot ist – Ersatz ist da! Tränengerührt lauschen wir seiner Interpretation von „Are you lonesome tonight“. Gemeinsam sind wir stark – nicht nur im Boot! „We are the Champignons“ und ähnliches trällern wir lautstark im Chor.

Nach einer Stunde und weiteren Bieren mit Melone(?!) ist der Spuk vorbei. Richtung Hotel hängen tatsächlich noch Eventfahnen (und die Schere ist immer dabei). Getrennte Gruppen durchforsten die Straßen rund ums Hotel und erleichtern somit die Aufräumarbeiten nach dem Event. Dank der „twentyfour-hour“-Supermärkte wird auch das Bier nie knapp.Beutestolz vernichten wir die flüssigen Vorräte abschließend vor dem Hotel. Nach und nach wird die Gruppe aufgrund der späten Stunde immer kleiner.

Samstag, 5ter Tag – 2nd Raceday (Jens Steffen 11.07.2009)

Heute gehen wir die ganze Sache schon entspannter an. Treffen am Teamzelt um 9:30 Uhr. Erstes Rennen über 500 m ist um 10:30 Uhr. Zeitiges Warmmachen – Kreis (Grappi peitscht uns ein – siehe Podcasts) – wir versuchen es wieder mit 20 - heute wollen wir die Preussen knacken!

Wir steigen ein – fahren zum Start (auch hier haben 500 m, 500 m!) – Einschwimmen geht, dank Ponton und kaum Gegenwind, locker - volle Konzentration – Startkommando – 20 dynamische und dann fahren wir das „Knöchi“ - Programm von der -Karte“ runter: lange, hammerharte Schläge mit viel Wasserweg (das hat sich in unseren Köpfen eingebrannt). Wir bleiben schön auf Höhe von den Preussen – nur im Endspurt nehmen uns die Boliden die nötigen Zentimeter zum Sieg ab. Wir sind auf Augenhöhe – das war letztes Jahr auf der DM noch ganz anders.

Zweiter Lauf! Gleiches Prozedere. Im Kreis wird nur besprochen das der Endspurt nicht von Tabea und Olli so laut rauposaunt wird, dass das andere Boot gleich mit anzieht. Olli bleibt ab der 299 m- Marke still und gibt erst wieder bei 100 m das Endspurtkommando: länger, länger, länger!

Der Plan gelingt insofern, dass in diesem Lauf das Hintertreffen nur noch 2 Zehntel Sekunden beträgt. DAS IST NICHTS!!!

Alle guten Dinge sind drei. Nächster Plan – wir fahren die 20 dynamischen Startschläge wie im 200 m- Rennen (noch mehr Anriss) um ums abzusetzen und die Preussen noch mehr zu fordern. Das gelingt - aber wiederum fangen sie uns kurz vor der Ziellinie ab.

3 x verloren, aber wir fühlen uns gut, da wir wissen das alle, alles gegeben haben und vielleicht auch noch 2- 3 Prozent darüber. Gegen die Pressen zu verlieren ist schade, aber keine Schande sondern Respekt.

Auch weil sie am heutigen Tag auch über 500 m im SENIOR gestartet sind und dort 2 Mannschaften hinter sich lassen konnten.

Die Siegerehrung ähnelt der des Vortages. Nur die Sonne brennt nicht so nicht so gnadenlos  - nein es gibt sogar einige Regentropfen die es bis auf den Boden schaffen. Während der Zeremonie findet Tabea einen neuen Verehrer. Ein kleiner koreanischer Hobbyfotograf entdeckt unser Küken und scheißt auf weitere Aufnahmen vom Podest. Zunächst ganz schüchtern holt er sie aus sicherer Distanz, mit seinem armlangen Stativ, in seinen Kasten. Nach 20 Minuten sitzt er ihr fast auf dem Schoß und bittet sie sich die lockigen Mähnen ins Gesicht zu ziehen. Wahrscheinlich ist Tabea morgen in 1000 Aufnahmen im koreanischen Internet zu bewundern.

Und noch ein neuer Plan wurde heute ins Leben gerufen, besprochen – für gut befunden – und von der Jury stattgegeben. Unsere Frauen und die Preussinnen fahren morgen zusammen in der SENIOR-Women-Wertung als PREUSSEN – OWL. Ist da etwa noch einmal Edelmetall drin???

Man soll es kaum glauben – FREIZEIT für 1 ½ Stunden – bis zum Athlets-Welcome-Dinner im klimatisierten Festzelt.

Wieder wird großes Kino geboten. Runde, festlich gedeckte Tische, Kellner und Bedienungen im „großen Diener“, beidseitiges Buffet längs des Zelts auf 15 m Länge, 10 m BBQ vor dem Zelt.

Als Entree spielt eine 5-köpfige Damenformation auf traditionellen Instrumenten, per Drummaschine aufgepepptes Liedgut - zuerst koreanisches, dann beethofisches und zu guter Letzt „Hey Jude“ von den Beatles. Das macht Stimmung!

Die Japaner, und alle Welt denkt die Russen würden saufen, fangen an reihum Bierpitcher auf EX zu trinken.

Bevor wir an das sehr leckere Buffet dürfen, hält wieder der Bürgermeister und anschließend der ICF-Präsident eine kurze Rede.

Während und nach dem Essen werden wieder 1000e Fotos geschossen. Gruppen und Einzelpersonen, Teams aus allen Nationen gesellen sich zusammen. Eine großartige Atmosphäre!

Um 21:30 Uhr ist der Spuk schlagartig vorbei. Veranstaltungsende! Die Bediensteten reißen einem fast den Stuhl weg.

Auf unserem kurzen Heimweg gehen wir dank Inge, sie hat ein kleines Taschenmesser dabei, unserer allnächtlichen Beschäftigung nach: Flag catchen – Teil 2. Die heute ausgewählten Eventflaggen an den Straßen haben wir noch gar nicht im Repertoire.

Die Stimmung im Team ist prima. Die noch nicht ins Bett möchten, verabreden sich zum weiteren Flag catchen, andere gehen noch in die „kleine Kneipe in unserer Straße, da wo das Leben noch …….“

Ach ja , Olli hat heute irgendwelchen Offiziellen auch das „GERMANY-Schild“ aus der Eröffnungszeremonie abgequatscht. Wie sollen wir das ganze Equipment nur mitbekommen? Frachtflieger?

Noch einmal ganz herzliche Grüße jedes Einzelnen im Team an alle Familienangehörige, Verwandte, Freunde und Sportkamerden: In, für uns weniger als 36 Stunden, fängt die lange Rückreise zu euch Lieben an.

Das 2. Silber: Potsdam über 500m nur wenig schneller als OWL-United

Team OWL United steht in Südkorea das zweite Mal auf dem Treppchen. Am Samstag erreichten sie hinter der Mannschaft aus Potsdam knapp als Zweite das Ziel. Bericht dazu folgt! 

 

Freitag, Tag 4 – First Raceday (Jens Steffen 10.07.2009)

In letzter Minute ist gestern Abend noch die Änderung des Rennplans bekannt geworden. Wir sind bereits um 9:00 Uhr mit im Eröffnungsrennen in SENIOR-Mixed. Gemeinsam gehen wir bereits im Rennoutfit zu unserem Teamcamp. Die Anspannung steigt. Bereits um 9:30 Uhr steht auch schon das erste MASTER-Mixed, in leicht veränderter Besetzung an.

Das Wetter hat zum Glück umgeschlagen. Keine Wolke am Himmel und die Temperaturen steigen zügig. Später wird es dunstiger und noch etwas schwüler. Der Wind ist fast eingeschlafen.  Alles besser als der Sturm vom Vortag.

Im SENIOR-Rennen treffen wir auf Unmengen  junger, drahtiger Menschen. Besonders die Ungarinnen beeindrucken uns mächtig (und die Fotografen ebenso).

Gut gefahren – vielleicht ein wenig überpaced (die Nervosität konnte im gesamten Team nicht ganz abgestellt werden) – dennoch verloren. Die Zeit gegenüber Duisburg erschreckend, aber hier fährt die 200 m niemand unter    50 Sekunden, aber was will man auch erwarten wenn man in drachenköpfigen Badewannen losgeschickt wird.

Das Rennen wird im Kreis besprochen um im MASTER-Rennen besser zu fahren. Das klappt auch, dennoch verlieren wir auch gegen die Preussen.

Die TCs und der Schlag setzten sich zusammen. Rennen 3 (wieder MASTER) fahren wir doch mit 20 Leuten im Boot. Wir können den Abstand verkleinern.

Da es, zumindest auf der 200 m-Distanz, doch auf Schlag halbwegs funktioniert (ich weiß nicht wie und wo die Beiden da vorne ihre Beine  lassen) fahren wir alle restlichen Rennen in 20ziger Besetzung.

Im 2ten SENIOR-Rennen belegen wir Platz 5 und haben nun in der Zeitaddition vor den Japanern 2/10 Sekunden Vorsprung.  Auch sowas kann aufbauen!

Die beiden letzten Rennen finden nach der Mittagspause statt. Zuerst das letzte MASTER. 8/10 Rückstand – wieder den Abstand verringert. Grappis Fazit: Nur noch 6 – 8 Rennen, dann knacken wir sie! Neidlos müssen wir anerkennen das unsere Zeltnachbarn heute auf dieser Distanz von uns nicht zu halten waren – aber die 500 m und die 2000 m stehen ja noch aus und die Preussen müssen morgen auch noch zusätzlich in der SENIOR-Klasse antreten!

Letzter Lauf SENIOR-Mixed – ist der Platz 5 wirklich greifbar? Fahrt zum Start – noch einmal 20 Harte – einschwimmen – LOS! Die Ungarn und die Russen vom Start an gleich wieder weg – wie von einem anderen Stern – da machen sich die 25 und mehr Jahre die wir pro Nase älter sind ganz klar bemerkbar.

Aber was machen die Japaner – kann keiner wissen. Erstens fahren die ganz außen und zweitens haben wir die Augen im Boot und sehen im Ziel nur noch Sterne.

Zurück im Camp kommt Jürgen zuerst mit verwirrenden Ergebnissen:               + 7 Sekunden – unmöglich! Nachfrage bei der Jury – ein Zeitfehler wird eingeräumt. Später dann das kontrollierte und richtige Ergebnis – Platz 6, da wir 23 HUNDERTSTEL draufgelegt haben und somit in der Zeitaddition 3 Hundertstel mehr haben.

 

Siegerehrung! Endlich kommt die riesige Bühne mit dem Siegerpodest zum Einsatz. Zur Einleitung tritt eine traditionell gekleidete Tanzgruppe auf.

Zwei Moderatoren leiten die Siegerehrungen auf Koreanisch und Englisch. Die Sonne ist wieder voll da und brennt uns weg. Dadurch zieht sich die Zeremonie für unseren Geschmack etwas zulange hin. Alles ist sehr stilvoll und auch die hochoffiziellen Medaillenüberreicher werden namentlich genannt, die Nationalhymne des Siegers wird gespielt und die Nationalflaggen der drei Siegernationen werden gehisst.

Die erste Silbermedaille ist im Kasten!

Zurück ins Hotel. Duschen. Viele nutzen die Gelegenheit zur Nahrungsaufnahme unter der großen Strassenbrücke am Veranstaltungsgelände. Dort sind viele kleine Pavillons mit heimischer Kost aufgebaut. Begehrt und für gut befunden kommen Fleisch- und Fischspieße weg. Aber auch traditionelle Reisgerichte mit vielen Zutaten („Q“ weist uns ein was wohin gehört).

Anschließend geht es im neuen schwarzen Poloshirt zur offiziellen Eröffnung der WCCC 2009. Eine weitere riesige Bühne steht direkt am Fluss. Mindestens 2000 Stühle sind davor aufgebaut. Professionelle Licht-, Lautsprecher- und Videoanlagen sind installiert.

Wir nehmen auf VIP-Plätzen im vorderen Drittel Platz. Kira wird zusammen mit einem Sportler der Preussen hinter dem Schild GERMANY die Nationalfahne hereintragen. Die ca.2000 Stühle reichen längst nicht aus. Etwa 4000 weitere Besucher umrunden den überdachen Bereich auf dem weitläufigem Areal. Moderiert wird wieder auf Koreanisch und Englisch.

Zuerst heizt eine traditionelle 15-köpfige Trommeltruppe die Massen ein. Es folgt eine uralt-traditionelle Tanztruppe (die Massen schlafen jetzt fast ein, klatschen aber artig). Weiter geht es mit einer Videopräsentation über das moderne Ulsan in dem sogar Grappi und Jürgen mit dem Bürgermeister kurz zu sehen sind. Im Video erkennt man auch wie diese Gegend am Fluss, früher als Industriestandort genutzt, verdreckt und herunter gekommen war. Kaum zu glauben was die hier daraus gemacht haben und noch weiter verbessern.

Endlich ziehen die Flaggenträger ein und Kira hat ihren Auftritt. Lautstark machen wir auf uns aufmerksam als GERMANY genannt wird.

Es folgt ein ganzer Reigen Reden vom Präsidenten des Internationalen Kanu Verbandes, dem Bürgermeister Ulsans, Regierungsvertretern, und, und, und.

Anschließend wird’s musikalisch. Ein etwas älterer Koreaner in einem knallroten Anzug und beigen Borgard-Hut trällert ein Liedchen was auch Howard Carpendale nicht hätte besser säuseln können. Marianne Rosenberg (als Koreanerin verkleidet) gibt ihr Bestes. Ein letztes Mal rutschen die Vorträge in alte Traditionen ab als ein Künstler mit einer Vogelpfeife, Rohrquerflöte und dicker Pauke sein Können präsentiert. Von nun an ist kein Halten mehr. Interpret für Interpret geht es steil bergauf. Boygroup, DJ Bobo (ist er es wirklich), Girlgroup, ein verkappter Bruce Springsteen und letztendlich koreanischer Hardrock a la AC/DC.

Ein 10 minütiges Höhenfeuerwerk bildet den Abschluss.

Morgen trifft sich die Mannschaft um 9:30 Uhr am Teamzelt – Raceday II – wird sind gespannt.

  

Vize-Weltmeister! - OWL-United belegt über 200m Platz 2 hinter den PreussenPotsdam!

Soeben erreichen uns auch erste Bilder vom 1. Veranstaltungstag aus Ulsan.

http://news.google.de/news?um=1&ned=de&hl=ko&cf=all&ncl=diNy9NljnvCXRqMRUOI5Mf2jUOHkM 

Das Drachenboot-Master-Team des Herforder Kanu Klub e. V. hat die so sehnlichst erhoffte Medaille schon am ersten Wettkampftag geschafft! In der Klasse "Senior" war dagegen nicht mehr als ein 6. Platz möglich. Hier
startete das Team, da eine Mannschaft zurückgezogen hatte, gegen erheblich jünger besetzte Nationalteams. Bericht folgt!


Donnerstag, Tag 3 (Jens Steffen 09.07.2009)

Zum Frühstück gab es gleich eine positive Überraschung. "Q" hat lokale Zeitungen mitgebracht. Wir sind mächtig stolz in einer Millionenstadt in allen Gazetten, incl. Farbfotos, auf den Titelseiten zu stehen! Jedes Blatt hat andere Fotos veröffentlicht (Kalle küsst einen Drachenkopf / Grappi (mit dem Blumenbucket um den Hals) & Jürgen im shake-hands mit dem Bürgermeister / Team mit dem bereitgestellten Banner). Nach dem entspannten Frühstück geht es vom Hotel zur Strecke. Die Lage des Hotels ist ideal. Zwar liegt es unmittelbar an einem 4-spurigen Kreisverkehr aber es sind auch nur höchstens 500 m bis zum Veranstaltungsgelände. Veranstaltungsgelände: Die Koreaner hauen ganz schön einen raus! Jedes Team-Zelt hat sein eigenes Banner. Ein riesiges, klimatisiertes Zelt steht den "Athleten" für Speis und Trank zur Verfügung.
Daneben ein 2tes Zelt für die Orga. Dazwischen eine große Bühne mit einem Siegerpodest (wo wirklich ganze Mannschaften drauf passen) und natürlich eine Videoleinwand. Bereits jetzt sind zahllose Stuhlreihen
davor aufgebaut. An dieser Veranstaltung kommt keiner vorbei. An jeder Straßenlaterne, Ampel oder sonstigen Masten hängen im gesamten Umfeld Flaggen und Banner die auf die Weltmeisterschaften hinweisen. Wir brauchen bestimmt einen zusätzlichen Koffer um unser zusammengeklautes Gut am Sonntag zu verstauen.         
Die Spannung steigt. Nicht nur weil auf einmal Sabine B.´s Paddel weg ist. Es geht zu den Booten. Olli hat sich ein Tüddelband besorgt, da die Steuerblätter (eigentlich darf man die gar nicht so nennen, so wie die aussehen) am Steuerkopf nur durch einen Metallring gesteckt werden und ihm somit überhaupt kein Bootsgefühl vermitteln. 

Es stellt sich auch sofort heraus das es für die Schlagleute unmöglich ist in der ersten Reihe zu sitzen. Die Beine haben keinen Platz und beim "nach-vorne-gehen" beißen sie fast in die Trommel. Wir  experimentieren! Besetzung in Raute (Michi hat die erste Bank , faltet seine Beine in den Fußraum, Dieter fährt versetzten Schlag auf Bank 2) /
Beide auf Bank 2: Olli kriegt Probleme da er hinten keinen Platz mehr zum steuern hat / Grappi und Jürgen fahren auf Schlag: nützt auch nichts! / wechselnde Besetzungen um den Gewichtstrimm hinzukriegen /
und viele andere Kombinationen.        

FAZIT: Wir fahren alle Rennen mit 18 !!!        

Die Boote sind obendrein wirklich kippeliger. In der 2000m-Wende müssen sich die Linken gut raus lehnen damit es rechts nicht rein schwappt. Hinzu kommt ein starker Wind während der Trainingseinheit.  Nach guten 2 Stunden verlassen wir als letzte Mannschaft das Wasser. Zurück im Hotel machen wir uns landfein (Kerstin findet Sabines Paddel wieder in "Paddelkiste Knöchi" - anschließend in kleinen Gruppen in die Downtown gegangen. Bei Tageslicht wagen wir uns jetzt auch schon in die kleineren Gassen. Dort
gibt es erstaunliche Geschäfte und Verkaufsstände. Neben winzigen Werkstätten (die alles können) und Läden (die alles haben, wir uns aber nie zu Recht finden würden) liegt Fisch oder Fleisch (oder was immer es sein soll) zum Verkauf oder zum sofortigen Garen bereit. Klaus Tober sorgt für mindestens 1000 weitere Beweisfotos! 

18:00 Uhr. Mannschaftsbesprechung nach dem TC-Meeting. Jürgen und Grappi erörtern weiter die Option, welche im Meeting besprochen wurde, daß OWL-United auch noch in der SENIOREN-Klasse über 200m und die PREUSSEN über 500m antreten können, und stellen dies zur Abstimmung. Spontan entscheiden wir uns einstimmig dafür. Unser neues Ziel heißt 2 japanische, eine ungarische, eine us-amerikanische und eine russische Mannschaft weghauen. Eine zusätzliche Medaille-Chance!        

Zum Abschluss der Besprechung bilden wir den obligatorischen Kreis. Wunderschön emotional verteilt Grappi ein Deutschlandfarben-Halsband und einen Anhänger dafür an alle Eulen. Auf dem Anhänger ist auf der einen
Seite ein Bild vom "Schinder" im Boot und seinen Lieblingskommandos: hammerharte Schläge / lang und schmutzig / weeeeit vorne Wasser holen / Dankeschön !!!, und auf der anderen Seite sind die Namen aller zu Hause gebliebenen Eulen. Mit einem 3fachen OWL-United beschwören wir uns ein letztes Mal. 

Das muss erst einmal verdaut werden – darum gehen wir Essen! "Q" und Jan (unser 2ter, weiblicher Schatten) begleiten uns wieder. Im ausgewählten Restaurant gibt es zig Biersorten - unter
anderem auch 8 Sorten deutsches Bier. Biertrinken ist aber ab sofort kaum noch angesagt. Das Essen ist gut und teilweise seeeeehr scharf. Kalle isst Astrids "very hot & spicy" und tropft aus allen Löchern.
"Q" lernt wieder! Bierflaschen öffnen mit Essstäbchen, Feuerzeug, Flasche an Flasche, …. . Er kann es kaum glauben und filmt Kerstin mit seinem Handy beim Öffnen. Kurz vor 10 geht es zurück zum Hotel. Es regnet wieder und die Straßen werden leerer. Wir nutzen die Gunst der Stunde und spielen "Flag catchen" - einige der Eventflaggen gehören jetzt uns!    

  

Böiger Wind und Sand im Wasser: OWL-United kämpft mit den Elementen (Webredaktion - Richtigstellung)

Schwierige Verhältnisse für das Drachenboot-Master-Team OWL-United beim heutigen Training auf dem Taehwa River in Ulsan. Starkwind und nicht der europäischen Norm entsprechende, extra für die WM gefertigte Boote machten das Training heute zu einer unkalkulierbaren Rennvorbereitung. Steuermann Oliver Heeper schaffte es nur mit äußerster Mühe, das deutsche Boot auf Kurs zu halten.
Auch die Regattaorganisation muss wohl bis zum morgigen ersten Wettkampftag noch verbessert werden: Teilweise stehen am Wettkampfgelände z. B. nicht genügend Nahrungsmittel und Getränke für die Athleten zur Verfügung. Die Chancen der heimischen Sportler steigen vermutlich im weiteren Wettbewerb, da die Ukraine nach bisherigen Erkenntnissen leider ihre Teilnahme in der Klasse Master-Mixed zurückgezogen hat.  (Die Aussage, dass diese Tatsache positiv betrachtet wurde, bezog sich auf die steigenden Chancen der heimischen Mannschaft und war keine persönliche Wertung der Teammitglieder! - die Webredaktion). Nähere Informationen hierzu folgen. OWL-United wird daher morgen in den Klassen "Senior" und "Master-Mixed" die 200m-Rennen bestreiten.

 


Paddelkiste "Knöchi" lässt WM - Teilnehmer leiden  (Jens Steffen zu Tag 1 und 2 in Korea)

Nach Anreisen über Wuppertal, Herford, Bad Oeynhausen und Minden trifft sich das Team OWL United zunächst in Hannover zur Weiterfahrt nach Frankfurt/M. Die, trotz Sackkarre widerlich in die Hände schneidende, Paddelkiste wurde spontan „Knöchi“ getauft bzw. wir sprachen fortan mit der Kiste als ob der "Schinder" bei uns wär. 
Der Flug verging problemlos – die zuvor eingereichte zusammenhängende Platzreservierung klappte aus unbekannten Gründen nicht.
20 Minuten früher als erwartet erreichten wir Seoul. Eine junge Koreanerin nahm uns in Empfang und koordinierte den Transfer zum nationalen Airport Gimpo. Anders als zuvor abgesprochen mussten wir unser gesamtes Gepäck entgegennehmen.

Wegen schlechten Wetters wurde der Weiterflug nach Ulsan gestrichen!
Stattdessen nun 5-stündiger Bustransfer . Zeitweise eine echte Waschküche die da zwischen den steilen Hügeln des koreanischen Hinterlandes hing. Auch mit der Fahrweise unseres Chauffeurs musste man sich erst anfreunden. Dichtes Auffahren und Tempo 120 Km/h, in seinem sehr komfortablen 36-Sitzer, gehörten mit zur Buchung. Viele im Bus bekamen aufgrund der Übermüdung davon aber nichts mit.
Ankunft im Ulsaner Hotel TAEHWO Tourist Hotel. Die bestellten Doppelzimmer stellen sich als Twinrooms heraus, was bedeutet nur 1 Bett (ca. 1,2m) für 2 Personen. Nach langen, zähen Verhandlungen mit den Hotelangestellten konnten wir 4 weitere Einzelzimmer herausschlagen. Am ersten Tag wurden bereits gefühlte 1 Million Fotografien und Videoaufnahmen gemacht. Wenn das so weiter geht wird eine Auswahl an
guten Schnappschüssen für die ganze Tour sehr langwierig.

Die erste Nacht haben alle gut überstanden. Für heute steht eine kulturelle Busreise (schon wieder Bus fahren) in das ca. 50 km entfernte Gyeongju mit seinem Tempel an. Fremdenführer Mr. Truman erklärt
uns schon im Bus auf seine lustige Art und Weise eine Menge Hintergrund zu dieser aus der Silla-Dynastie gehörenden Anlage.
Nächster Halt: Kunstgewerbeladenzeile (für 20 Minuten (quick, quick, quick – wie die asiatischen Touristen in Europa)). Nachdem auch Kerstin von ihrem Kaufrauch eingefangen wurde geht es weiter zum Lunch. All-you-can-eat für 10.000 Won (ca. € 6,-) lässt alle tief in die koreanischen Kochtöpfe gucken. Man weiß nicht was man alles gegessen hat, aber das meiste hat geschmeckt und satt gemacht.
Den Abschluss unseres Ausflugs machte ein Halt an einer Lotusblumen-Plantage. Kurzes Fotoshooting und dann zurück zum Hotel. Keine Pause – Shirtwechsel (rotes Polo) und dann unter Begleitung unserer Guides zur Rennstrecke, wo über 15 Fotografen und Kameramänner auf uns warten und den für gestern angekündigten Empfang nachholen. Endloses Blitzlichtgewitter Mit dem Bürgermeister Ulsans incl. Blumenbucket. Ein weiterer Blick in die Drachenboote und ein erstes Probesitzen bestätigt
unseren Verdacht des nächtlichen Speckerns des Vorabends – es sind KEINE BUK-Boote! Geschlossene Bänke, wenigstens ähnlicher Bankabstand wie bei unseren Booten und ungewohnt bauchige Rumpfform bestätigen das die „Dinger“ recht wackelig sind. – Weiteres sehen wir beim morgigen Training. Jetzt ist aber endlich frisch machen angesagt. Die Zeit reicht auch aus, um endlich im Hotel eine Onlineverbindung herzustellen. Mails werden verschickt, abgesandte Berichte geprüft und sogar die HEUTE-Nachrichten in Kurzform werden abgecheckt um das Neuste aus aller Welt zu erfahren. Das Abendprogramm sieht, unter Führung unseres „persönlichen Betreuers “ Q “, vor, in die Downtown zu ziehen. Wir landen, nach dem
durchqueren einer lautstarken und bund illuminierten Einkaufszeile in einem Restaurant mit Brutkästen für die Gäste. Soll heißen – im ganzen Lokal sind Vierertische mit ca. 1.5m hohen Trennwänden abgeteilt, um die Privatsphäre zu gewährleisten. Das irritiert uns zunächst – macht der Sache aber keinen Abbruch, da wir uns nach einigen Getränken gegen das schwülwarme Wetter im Wechselspiel immer in neuen Konstellationen in den Séparées wiederfinden. Essen tut keiner! Unseren 25jährigen „ Q“ bringen wir eine ganze Menge nützlicher, deutscher Redewendungen bei, die an dieser Stelle keiner wissen möchte! Wir sind sehr gespannt ob er Morgen noch alles weiß - seine 3-4 Bier haben ihm zugesetzt! 23:00 Uhr – alle zurück – Bettzeit!

  

OWL-United sicher in Seoul gelandet! (Klaus Tober 07.07.2009 09:30 Uhr)

Das Team steckt nun aufgrund starker Regenfälle in Seoul fest - alle Weiterflüge, auch nach Ulsan sind gestrichen - man versucht derzeit einen Bus für die Weiterfahrt zu organisieren - Fahrzeit dann allerdings noch einmal ca. 5 Stunden.

 

Mit vereinten Kräften das Podest im Visier (MT 06.07.2009)

Drachenboot-Team OWL United startet heute zur Weltmeisterschaft nach Südkorea / Daumen drücken in der Heimat

Minden/Herford (tok). "Auf Wiedersehen, Deutschland - Südkorea, wir kommen." Mit einer knallharten Vorbereitung in den Knochen und den besten Wünschen im Gepäck starten 24 Paddlerinnen und Paddler des Drachenboot-Teams OWL United heute zur Weltmeisterschaft für Vereinsmannschaften nach Südkorea, wo man in der Master-Mixed-Klasse neben den Preußen-Drachen aus Potsdam die deutschen Farben vertreten wird.

"Es wird Zeit, dass es endlich losgeht, bei fastallen kribbelt es in den Fingern, die Nervosität wird immer größer", fiebert Team-Captain Gudrun Gruhlich dem Ereignis des Jahres für die Wassersportler entgegen. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen vom Mindener Drachenboot-Club, dem Faltboot- und Skiklub Minden, der Kanusportgemeinschaft Minden, dem MTV 1860 Minden, dem Herforder Kanu-Klub sowie dem Kanu-Club Hameln hat sich die Portanerin gewissenhaft für den sportlichen Wettstreit im fernen Asien vorbereitet.

"Trainer Thomas Knöchelmann hat uns getrieben nach allen Regeln der Kunst, doch wir leben noch und sind daher bestens präpariert für das große Ziel, das für uns Podestplatz heißt", wünscht sich Gruhlich im Kampf der Drachenboote aus 17 Nationen schon einen vorderen Platz. Zehn Sportler aus dem "Basis-Team" sind aus beruflichen oder privaten Gründen verhindert und können die lange Reise, die heute für per Zug nach Hannover und dann nach Frankfurt startet, bevor es von der Main-Metropole per Jumbo ins ferne Südkorea geht, wo man nach insgesamt 24 Stunden Reise gesund ankommen will, nicht mitmachen.

"Leider ist auch unser Coach Thomas Knöchelmann nicht mit von der Partie, doch er hat bereits im Vorfeld sein Bestes gegeben. Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten hervorragend trainiert. Allein in den vergangenen 18 Tagen waren wir 15-mal auf dem Wasser und haben Schnellkraft, Ausdauer, Taktik und Steuerung bis zum Erbrechen geübt, sodass wir nun guten Mutes das große Ziel WM-Medaille in Angriff nehmen können. Wir brauchen uns jedenfalls nicht vorwerfen lassen, dass wir nicht genug trainiert hätten", so Gruhlich, die ebenso wie ihr Herforder Pendant Jürgen Schuster schon vor Tatendrang brennt.

Aufgrund der Absage einiger etatmäßiger Crew-Mitglieder haben sich die United-Paddler mit drei Kräften aus Wuppertal und Hannover verstärkt. "Nachdem wir ihnen unsere Situation geschildert haben, waren Karin und Detlef Krämer sowie Kerstin Eichholz sofort bereit, in die Bresche zu springen. Das ist ein ganz toller Zug von ihnen und beweist, dass trotz aller Rivalität auf nationaler Ebene auch noch das Zusammengehörigkeitsgefühl in Bezug auf höhere Aufgaben eine wichtige Rolle spielt", so Gruhlich.

In den Rennen über 200, 500 und 2000 Meter haben die heimischen Wassersportler gleich dreimal die Gelegenheit, ihr ehrgeiziges Vorhaben auch in die Tat umzusetzen. OWL-United wie Potsdam hatten sich bei der DM 2008 in Berlin-Grünau für die Welt-Titelkämpfe qualifiziert. Einzige Unbekannte beim "Abenteuer Südkorea" ist die Form der Asiaten. "Schließlich ist der Sport dort vor 2000 Jahren entstanden", so Gruhlich.

  

Herforder Team zu Drachenboot-WM (WDR 2 04.07.2009 09:37 Uhr)

Erster Beitrag in Textform: WDR 2 Hörfunk "Nachrichten aus OWL" vom 04.07.2009 um 09:37 Uhr:

Ein Herforder Team reist heute zur Drachenboot-Weltmeisterschaft nach Südkorea. Drachenboote sind mit 22 Mann besetzt. Bei der WM in Südkorea müssen sie zwischen 200 Metern und zwei Kilometern bewältigen. Vor zwei Jahren hatte das Team bei der Weltmeisterschaft Bronze geholt.
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Aktualisiert ( Dienstag, 14. Juli 2009 um 09:33 )
 
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